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09. März 2010

 

Beratung:

Ein Wort in eigener Sache:

Die aktuellsten Infos vom Acker finden Sie ab sofort in meinem neuen Blog.
Warum? - Sicher ist es (noch) nicht ganz alltäglich,sich als Berater so einfach unter die Blogger zu mischen. Aber es hat 'ne Menge Vorteile:

  • So ein Blog ( = Weblog) ermöglicht es, aktuelle Informationen blitzschnell und ohne großen Aufwand zu veröffentlichen. Das kommt mir sehr zugute, da meine Zeit meist sehr knapp bemessen ist. Auf diese Weise kann ich Ihnen von nun an tagaktuell interessante Infos zur Verfügung stellen - vorausgesetzt Sie schauen öfter mal ins Pflanzenbau-Blog.
  • Sie können die Infos kostenlos abonnieren und sind somit immer uptodate.
  • Sie haben die Möglichkeit, die Beiträge zu kommentieren - was zu einem interessanten Informationsaustausch führen kann und für alle Leser (und natürlich auch für mich) in vielen Fällen eine Bereicherung bedeutet.
  • Und last not least werde ich auf diese Weise künftig ganz speziell für meine Beratungskunden aktuelle Fachinformationen zur Verfügung stellen können.

Also dann - hereinspaziert! Wir lesen uns im Pflanzenbau-Blog!

15. Juli 2009

Die neuesten Infos finden Sie hier...

 

Zum vergleichen und erinnern im folgenden nochmal die Frühjahrssaison 2007:

03. Juni 2007

Weizen:
Der Winterweizen befindet sich in der Blüte (EC 61 - 65). Die Bestände im Beratungsgebiet haben sich, abgesehen von dem einen oder anderen virusgeschädigten Schlag, überwiegend gut entwickelt. Die Getreidepreise entwickeln sich ebenso vielversprechend, so dass mit einer guten Ernte zu rechnen ist.
Die Abschlussspritzungen sind überwiegend erfolgt. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt eindeutig beim Braunrost (anfällige Sorten vor allem Dekan, Ritmo, Tommi und Skalmeje). Septoria tritici spielt bisher nur eine geringe Rolle. Nach den Infektionen über Pfingsten mag sich Tritici hier und da noch etwas aufbauen, wird aber in den meisten Sorten keine allzu große Bedeutung mehr erlangen. Mehltau wurde meist durch entsprechende Fungizidmaßnahmen auf einem sehr niedrigen Level gehalten. Für Fusarium waren nur am Freitag vor Pfingsten mäßige Infektionsbedingungen vorhanden, ansonsten war es bisher entweder zu kühl oder zu trocken für eine bedeutende Infektion.

Blattläuse in der Ähre findet man bisher nur schwach. Hier ist jedoch mit einer Zunahme zu rechnen. Auch die Gallmücken zeigen sich gegenwärtig nur vereinzelt.

Rüben:

Die Zuckerrüben befinden sich aufgrund der langen Trockenheit zwischen 4-Blatt-Stadium und Bestandesschluss. Vereinzelt sind noch Herbizidmaßnahmen gegen spät aufgelaufenen Unkräuter notwendig. Ansonsten ist auf Schädlinge (Blattläuse und Rübenfliege z. Z.allerdings schwach) und eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen (vor allem Bor!) zu achten.

 

26. Mai 2007

Die Feldbestände haben sich in den letzten zwei Wochen dank des Regens wieder sehr gut erholt. Und das regnerische Wetter über die Pfingstfeiertage wird die erschöpften Wasservorräte des Bodens nun wieder etwas auffüllen, damit es für die Kornfüllung von Getreide und Raps ausreicht. Ein richtig gutes Pfingstwetter für die Landwirtschaft, oder?

In der Pflanzenentwicklung sind Getreide und Raps sehr weit fortgeschritten - der Vegetationsvorsprung von fast 3 Wochen hält sich nach wie vor.

Weizen:
Die frühen Winterweizenbestände haben bereits Blühbeginn (EC 61) erreicht, während die späten Rüben- und Maisweizen erst mit dem Ährenschieben begonnen haben.
D urch das wechselhafte Wetter nimmt der Krankheitsdruck jetzt stärker zu:
In rostanfälligen Sorten (z.B. Dekan, Tommi, Ritmo) breitet sich der Braunrost nun stärker aus und muss bei der anstehenden Ährenbehandlung besonders berücksichtigt werden. Auch der Mehltau nimmt zu. Außerdem müssen anfällige Sorten für Septoria tritici (z.B. Buteo, Maverick, Ritmo, Paroli) jetzt besonders geschützt werden, da seit Freitag und über Pfingsten mit weiteren Infektionen zu rechnen ist.
Trotz des Regens dürften die Infektionsbedingungen für Ährenfusariosen im WW (Ritmo, Maverick...) nicht allzu günstig sein. Lediglich am gestrigen Freitag waren die Bedingungen optimal. Inzwischen ist das schwül-warme Wetter weitergezogen, und die nun herrschenden kühlen Temperaturen unter 18 °C sind der Fusariumentwicklung nicht förderlich.
Tierische Schaderreger (Blattläuse, Getreidehähnchen, Weizengallmücken) sind derzeit nur schwach vertreten.

Wintergerste:
Die Wintergerste hat zum Teil bereits die Wachsreife erreicht. D. h., Fungizidmaßnahmen sind jetzt nicht mehr sinnvoll und auch nicht notwendig, da die Gerstenbestände meist noch sehr gesund und vital sind.

Rüben:
Viele Rübenbestände sind aufgrund der langen Trockenheit sehr ungleichmäßig aufgelaufen und zeigen eine sehr differenzierte Pflanzenentwicklung vom Keim- bis Zehnblattstadium.
Der Regen hat auf zahlreichen Rübenschlägen in den letzten Tagen noch einmal viel kleinen Raps und andere Unkräuter zum Auflaufen gebracht, so dass zumeist noch einmal eine Unkrautbekämpfungsmaßnahme notwendig wird. Da die Rüben jetzt schon ausreichend Blattmasse gebildet haben, sind Kombinationen mit Bor, Mangan und Bittersalz sinnvoll.
Tierische Schädlinge (Rübenfliege, Blattläuse) sind z. Z. noch selten, werden in den kommenden Tagen aber sicherlich zunehmen.

 

13. Mai 2007

Was für ein herrliches Wetter! Sozusagen in letzter Minute kam der Regen unseren Feldbeständen noch zu Hilfe! Sonst hätte die Trockenheit auch auf den guten Böden schwere Schäden hinterlassen. Aber inzwischen sind auch bei uns überall so um die 30 mm Regen gefallen, und es wird noch einiges dazukommen. Der Trockenstress ist damit Vergangenheit. Der Stickstoff, der schon lange auf dem Boden liegt, kommt nun endlich zur Wirkung, und die Pflanzen bieten nun schon ein ganz anderes Bild.
Das Wachstum setzt sich zügig fort: Der frühe Weizen beginnt bereits mit dem Ährenschieben, fast 3 Wochen früher als üblich. Wintergerste und Winterroggen fangen an zu blühen. Der Raps hat fast ausgeblüht und befindet sich in der Phase der Schotenbildung. Auf vielen Flächen findet man an den Triebspitzen aber auch Schoten, die durch die Trockenheit nicht mehr ausgebildet wurden. Auch Seitentriebe wurden reduziert. Allerdings kann der Raps vieles kompensieren, wenn er jetzt genügend Wasser bekommt.
Die Zuckerrüben, die nach der Aussaat sofort aufgelaufen sind, befinden sich z.T. schon im 8 - 10-Blatt-Stadium. Die Pillen, die bisher noch ungeplatzt im Boden lagen, haben nun auch ausreichend Feuchtigkeit erhalten und haben jetzt durchweg begonnen zu keimen. Da die Böden warm und feucht sind, werden sie sich schnell entwickeln und auch noch einen durchschnittlichen Rübenertrag erreichen können.
Der Mais ist überall ertaunlich gut aufgelaufen, das Unkraut natürlich auch, so dass die Unkrautbekämpfung diese Woche aktuell ist.
Das feuchte Wetter begünstigt natürlich auch einige Pilzkrankheiten im Getreide. So gab es in unserer Region am 12. Mai eine Tritici-Infektion, und auch Roste und Mehltau sind begünstigt. Bei ansteigenden Temperaturen werden sich auch Netzflecken in der Gerste stärker entwickeln. Aber da die Bestände im allgemeinen bis jetzt sehr gesund sind und damit kein massives Erregerpotential vorliegt, werden die Auswirkungen auf die Erträge sich in Grenzen halten, auch wenn aufgrund der unbeständigen Witterung nicht überall rechtzeitig reagiert werden kann. Man sollte jetzt Prioritäten setzen und vor allem anfällige Sorten und Schläge mit den höchsten Ertragserwartungen bevorzugt behandeln.
Außerdem hat auf vielen Weizenschlägen der Blattlausbefall wieder zugenommen. Da die meisten Läuse in diesem Frühjahr mit dem Erreger des Gelbverzwergungsvirus infiziert sind, können weitere Infektionen vor dem Ährenschieben immer noch zu Schäden führen.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche mit Wachswetter vom Feinsten! :-)

 

15. April 2007

Wir haben Mitte April, und der Raps befindet sich in der Vollblüte, die Gerste schiebt das Fahnenblatt und der frühe Weizen bewegt sich bereits über das Stadium EC 32 hinaus! Alles inzwischen gut 3 Wochen früher als gewöhnlich, und eine Verlangsamung des Wachstums ist nicht abzusehen, weil die Apriltemperaturen wie auch die Monatsmitteltemperaturen der vergangenen Monate ein ganzes Ende über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Dazu ist es trocken, was die generative Entwicklung der Pflanzen eher beschleunigt als bremst.
Auch die Zuckerrüben sind inzwischen alle im Boden und zu einem gut Teil bereits aufgelaufen. Man darf gespannt sein, wie sich dieses ungewöhnliche Jahr weiterentwickelt!

Raps:

  • Ein großer Teil der Rapsbestände befindet sich bereits in der Vollblüte. Obwohl die Apothezien des Sclerotinia-Pilzes aufgrund der Trockenheit und der vorangegangenen Kälteperiode bisher nur vereinzelt aufgelaufen sind, sollte man sich langsam Gedanken um die Blütenbehandlung machen. Wer selbst spritzt, kann eventuell noch abwarten und das Wetter weiter beobachten. Bei länger anhaltender Trockenheit könnte es sein, dass die früh blühenden Bestände von Infektionen verschont bleiben. Jedoch verlassen darf man sich darauf nicht, da bei Wetterumschlag auf feucht sich sehr schnell Infektionen aufbauen können.
  • Bei der Blütenspritzung auch an Bor und Bittersalz und wenn möglich auch an eine Zugabe von 30 l/ha AHL denken! Bei trockener Witterung besonders wichtig!
  • Kohlschotenrüßler findet man derzeit noch sehr selten.
  • Die Rapsglanzkäfer, die in den letzten Tagen zugeflogen sind, machen in der Regel keinen Schaden mehr, da sie in die offenen Blüten fliegen und nicht mehr an den Knospen nagen.

Weizen:

  • Die weiten Weizen haben bereits Entwicklungsstadium EC 32 (2. Halmknoten) überschritten. Die spätesten Rüben- und Maisweizen erreichen jetzt EC 31 (1. Halmknoten).
  • Halmbruchinfektionen sind in diesem Jahr aufgrund der milden Winterwitterung stark erfolgt und weiterhin bekämpfungswürdig. Septoria tritici, Rost und Mehltau stagnieren aufgrund der Trockenheit. Vereinzelt findet man bei stark anfälligen Sorten Mehltau am Stängel und an den unteren Blättern.
  • Blattläuse vermehren sich bei dieser sommerlichen Witterung sehr schnell. Da sie dieses Jahr zu einem großen Teil das Gelbverzwergungsvirus in sich tragen, ist hier besondere Obacht notwendig. Aufgrund des hohen Infektionsrisikos liegt der derzeitige Bekämpfungsrichtwert bei 10% befallener Pflanzen! Das heißt, dass eine Laus auf jeder 10. Weizen- oder Gerstenpflanze schon ausreicht, um Schaden zu machen!
  • Virusnester der Gerstengelbverzwergung im frühen Winterweizen. Wer im letzten Herbst nicht gegen Blattläuse gespritzt hat, hat jetzt oft so starken Virusbefall, daß der Weizen umbruchwürdig ist!

Wintergerste:

  • Viele Wintergerstenbestände erreichen in diesen Tagen bereits das Stadium EC 37 bis 39 (Fahnenblattstadium). Das ist der optimale Termin für Einmalbehandlungen (Fungizid + Einkürzung). Hochertragsgersten auf Intensivstandorten haben meist bereits eine Einkürzung erhalten und werden vor Beginn des Ährenschiebens ein zweites Mal eingekürzt. Aufgrund des frühen Zeitpunktes ist es ratsam, die Fungizidgabe zu splitten und einen Teil auf die Ähre zu geben, sobald sie zum überwiegenden Teil geschoben ist.
  • Dieses Jahr besonders auf Netzflecken und Rost achten!
  • Bei Blattläusen gilt dasselbe wie beim Winterweizen!!!!

Zuckerrüben:

  • Die Zuckerrüben sind im Boden und laufen jetzt auf.

 


25. März 2007

Der von den Meteorologen groß angekündigte Wintereinbruch war ja nur ein kleines Winterchen. Jedenfalls ließen sich unsere weiten Bestände nicht groß im Wachstum stören, nur dass es etwas langsamer ging. Dafür hält nun der Frühling mit Macht Einzug. Das heißt, es wird mit geballter Power in den Pflanzenschutz gehen müssen! Der weite Weizen braucht unbedingt Wachstumsregler, damit er bis zur Ernte stehen bleibt und auch die zahlreich vorhandenen Krankheiten müssen bekämpft werden (vor allem Mehltau, Halmbruch und Septoria tritici!). Natürlich muss dann auch etwas gegen noch störende Unkräuter und Ungräser (Trespen an den Schlagrändern!!!) getan werden. Außerdem bitte daran denken, dass das Getreide nicht nur vom Stickstoff allein lebt, sondern besonders in diesem Jahr auch eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen (Mangan, Kupfer, Zink) benötigt! Und der gewaltige 50cm-Raps braucht natürlich neben der letzten N-Gabe nochmal eine Einkürzung, damit er zur Blüte nicht schon umkippt. Außerdem ist Bor ganz wichtig in diesem Jahr - viele Pflanzen zeigen bereits Mangelerscheinungen.
Die ersten mutigen Landwirte haben bereits Rüben gelegt. Vielleicht erlaubt das Wetter es in der nächsten Woche ja, dass die Rübenaussaat dann kräftig vorangeht.

 

13. März 2007

Seit ca. zwei Wochen findet man auf dem einen oder anderen Wintergerstenschlag rundliche gelbe Flecken mit im Wuchs zurückbleibenden oder teilweise ausgewinterten Gerstenpflanzen. Hierbei handelt es sich um das Gerstengelbverzwergungsvirus, das durch Blattläuse während des langen, milden Herbstes übertragen wurde. Die WG im Foto links wurde nicht mit Insektiziden behandelt und stand außerdem genau neben einem Maisschlag.
Ich habe die Blattlausarten, die am Getreide auftraten, im Herbst gezielt unter die Lupe bzw. unters Mikroskop genommen und folgendes festgestellt: In unserem Gebiet waren im Herbst vor allem die Große Getreidelaus, die Traubenkirschenlaus und die Maisblattlaus (beide Fotos links) aktiv, vereinzelt auch die Bleiche Getreidelaus. Da i.d.R. aufgrund des starken Befalls Insektizide eingesetzt wurden, konnte ich bisher zum Glück nur auf 3 Gerstenschlägen Verzwergungssymptome diagnostizieren. Zwei davon befanden sich direkt neben Mais.
Der Mais kann auch Träger des Verzwergungsvirus sein und war es im letzten Herbst offensichtlich auch.Er wurde hauptsächlich von Maisblattläusen und vereinzelt von Traubenkirschenläusen bevölkert. Das heißt, dass die Maisblattlaus im letzten Herbst ein wichtiger Virusüberträger war, den man nicht unterschätzen darf. Das sollte besonders im Zuge eines immer umfangreicheren Maisanbaus zu denken geben.....
Dieser Gerstenschlag lag ebenfalls direkt neben einem Maisacker und zeigt trotz Insektizidbehandlung im Herbst Gelbverzwergungsnester. Der Blattlausdruck war so stark, dass eine einmalige Behandlung nicht ausreichend war.

 

12. März 2007

Die hohen Tagestemperaturen von 17 °C haben zu einem ersten stärkeren Zuflug der Rapsstängel- und Kohltriebrüßler geführt. Auf einigen Schlägen wurde der Bekämpfungsrichtwert (10 Käfer je Gelbschale in 3 Tagen) bereits erreicht. Rapsglanzkäfer sind nach wie vor sehr schwach vertreten.

11. März 2007

Nun kommt der Frühling mit Macht und treibt das Wachstum unserer ohnehin sehr weit entwickelten Winterkulturen noch schneller voran. Nährstoffe sind im Boden aufgrund des milden Winters und des üppigen Wachstums kaum noch vorhanden (siehe N- und Smin-Testflächen der LUFA Rostock vom Februar 2007), so dass alle erforderlichen Düngemaßnahmen möglichst schnell erfolgen müssen. Auch die ersten Pflanzenschutzmaßnahmen in Raps und Getreide werden in der kommenden Woche erforderlich sein.

Raps:
Die ersten Rapsbestände haben bereits eine Wuchshöhe von 30 cm erreicht und sind kräftig entwickelt. Aufgrund der hohen Niederschläge im Januar und Februar gibt es aber auch eine ganze Reihe bläulich-rot verfärbter Rapse, die unter stauender Nässe leiden. Doch wenn die Felder jetzt abtrocknen und der Dünger zur Wirkung kommt, wird sich die Situation schnell wieder verbessern. Dann werden sich auch diese Bestände wieder erholen.
Allgemein besteht im Raps witterungsbedingt ein sehr hohes Phoma-Risiko. Das sollte durch den schnellstmöglichen Einsatz wirksamer Fungizide noch so weit wie möglich verringert werden.
Rapsstängel- und Kohltriebrüssler sind im Beratungsgebiet bisher nur vereinzelt in den Gelbschalen gesehen worden. Das kann sich jedoch bei der anhaltend milden Witterung schnell ändern!
Bei der ersten PS-Maßnahme die Bordüngung nicht vergessen! (Achtung! Ultracid ist nicht mit Bor mischbar!!!)

Kohlherniegeschädigte Bestände (links :die kohlhernieresistente Sorte MENDEL, rechts: anfällige Sorte am 09. 03. 07) brauchen jetzt besonders intensive Pflege und z.B. die gesamte N-Düngung in einer Gabe, damit die geschädigten Wurzeln noch soviel wie möglich Nährstoffe aufnehmen und sich so besser regenerieren können)


Getreide:
Die frühen Weizen und z.T. auch Wintergerste haben bereits das Stadium 31 erreicht. Für die Nährstoffversorgung gilt für diese Bestände dasselbe wie beim Raps, damit sie nicht zu viele Triebe reduzieren. Insbesondere beim frühen Weizen, der durch den Winter in Mitleidenschaft gezogen wurde, besteht diese Gefahr.

WW Dekan, Anfang September 06 gedrillt - hat jetzt gut das Stadium 31 erreicht. Eine schnelle Nährstoffversorgung ist wichtig, damit die notwendige Triebanzahl erhalten bleibt. In diesem Stadium sollte er auch sofort seine Schossergabe von mindestens 80 kg/ha bei hohem Ertragsniveau erhalten!
Dieser Dekan hat stark unter dem Winter gelitten und sich auf Teilen des Schlages teilweise schon extrem ausgedünnt. Auch hier muss sofort mit entsprechenden Düngergaben reagiert werden, um weiteren Schaden abzuwenden.

Der Wachstumsreglereinsatz sollte bei geeigneten Temperaturen zunächst nur in gesunden Beständen erfolgen. Auf geschädigten Schlägen ist allenfalls zunächst einmal eine vorsichtige CCC-Gabe zum Bestandesausgleich u. zur Bestockungsförderung, soweit noch möglich, angeraten.

Achtung! Dort wo die Blattläuse in den Beständen überwintert haben, können im zeitigen Frühjahr Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich werden, um weitere Schäden abzuwenden! Erste Virusnester sind auch in unserer Region besonders in unbehandelten Wintergerstenbeständen sichtbar!

Die Mikronährstoffversorgung mit Mangan, Kupfer und Zink ist in diesem Jahr aufgrund der Witterungs- und Bestandessituation besonders wichtig!

Der Einsatz von Fungiziden wird bei geeigneter Witterung insbesondere gegen Halmgrunderkrankungen und beim WW gegen Septoria tritici und Mehltau notwendig werden.

 

18. Februar 2007

Der erste Teil des Winters ist vorbei. Die Raps- und Wintergerstenbestände haben ihn bis jetzt gut verkraftet. Problematischer sieht es oft bei den Winterweizen-Frühsaaten aus: Insbesondere einige Sorten ( wie z.B. Tommi, Akteur, Mirage, Tuareg) zeigen vor allem auf den leichteren Standorten sowie in feuchten und humosen Senken starke Beeinträchtigungen und zum Teil vor allem in den östlichen Landesteilen auch starke Auswinterungsschäden. Auch Frühsaaten von Dekan, Paroli, Mulan, Cubus, Hermann u. a. sehen z.T. zum jetzigen Zeitpunkt nicht besonders gut aus, können sich aber meist wieder voll regenerieren. Dem Wetter bisher am besten getrotzt haben Frühsaaten der Sorten Brilliant, Toras und Ritmo sowie alle mittleren und späten Saaten. Die Ursache für diese Schädigungen liegt im starken Wachstum der Bestände durch die hohen Rekordtemperaturen der Monate September bis einschließlich Januar (siehe Diagramm unten!) und die plötzlich eintretende Kahlfrostperiode Ende Januar, die die Pflanzen völlig unabgehärtet traf. Besonders die jetzt stark geschädigten Schläge und Schlagteile zeigten im Herbst ein ausgeprägtes Längenwachstum (entweder genetisch bedingt - Sorte, oder aber durch besonders üppiges Wachstum in den schwarzen Senken bzw. auf den warmen leichten Böden). Dieses Längenwachstum und die damit verbundene extrem weite Entwicklung (z.T. EC 31!) erhöhte die Empfindlichkeit dieser Bestände ganz besonders und wurde ihnen zum Verhängnis. Bleibt zu hoffen, dass die Temperaturen in den nächsten Wochen nicht mehr ganz so frostig werden und auch keine langandauernden Schneemassen unsere Felder belagern. Dann werden sich zumindest im Beratungsgebiet die Schäden doch sehr in Grenzen halten.

Zur Düngung ist derzeit nur soviel zu sagen: Vorsicht beim Andüngen der sehr empfindlichen Bestände! Noch keine hohen Nitratgaben verabreichen, weil sie die Frostempfindlichkeit unserer Kulturen weiter erhöhen! Der Winter ist noch nicht vorbei. Eine gute Versorgung der Bestände mit Grundnährstoffen sichern! Und bei den ersten PS-Maßnahmen an Mikronährstoffe denken - vor allem Mangan, aber auch Kupfer und Zink im Getreide und Bor bei Raps- das ist dieses Jahr für eine gute Regeneration besonders wichtig!

Eine interessante Zusammenstellung der Bonituren zu den Frostschäden bei den einzelnen Sorten durch die Landesforschung MV finden Sie HIER....

Eine Fotodokumentation mit weiteren Infos zur Situation auf dem Acker von mir gibt es HIER...

Mehr Infos zum Weizen im Februar 07 von der Landesforschung MV können Sie HIER lesen.

 

 

Vergleich der Monatsmitteltemperaturen 2005(gelb) und 2006/07(pink) mit dem langjährigen Mittel von 1961 - 1990(blau) (Quelle: DWD, Wetterstation Schwerin):

Hier ein paar Fotos vom 09. Dezember 2006 und vom Februar 2007:
Wintergersten-Bestand am 18. 09. 06 gedrillt und sofort aufgelaufen
Derselbe Wintergersten-Bestand am 16. Februar 2007. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein.
Ähre des obigen Wintergerstenbestandes unter dem Mikroskop. Die generative Phase ist bereits voll im Gange (09. 12. 06)
Winterweizen Dekan, Anfang September mit 170 Kö./m² gedrillt.
Der Dekan im Februar 07. Aber auch hier ist noch nichts verloren. Unten sind die Triebe grün und vital und die Ährenanlagen in Ordnung.
Auch hier (WW Dekan oben) differenziert sich die Weizenähre bereits aus.

Links: Winterraps am 12. August gedrillt - Sproßachsenlänge 2 bis 7 cm.
Rechts: Raps Ende August gedrillt - Sproß noch nicht getreckt (09. 12. 06)

 

Sproßachse des Rapses oben im Schnitt
Auch dieser frühe Raps bildet bereits die Blütenanlagen, während beim Raps, dessen Sproß sich noch nicht streckt, noch keine generative Entwicklung zu erkennen ist.
Der Raps scheint mit den Temperaturgegensätzen bisher am besten fertig geworden zu sein.
Allerdings zeigen sich jetzt in immer mehr Rapsbeständen blauviolette Verfärbungen der Pflanzen. Der Raps leidet unter Sauerstoffmangel aufgrund von Strukturschäden in Verbindung mit den hohen Januarniederschlägen.
An den Wurzeln der violetten Pflanzen ist deutlich zu erkennen, dass hier Bodenverdichtungen vorliegen, die den reichlichen Januarregen nicht in die Tiefe sickern ließen und nun zu stauender Nässe auf dem Acker führen.


 

 

 

Wichtige neue Pflanzenschutzmittel (PSM) 2006 (Auswahl):

Name Hersteller Anwendung Aufwandmenge Listenpreis in €/ha (bei voller Aufwandmenge)
Input Bayer CropScience starkes Fungizid gegen Halmbruch und Blattkrankheiten in Weizen und Gerste max. 1,25 l/ha ca. 50,00
Champion BASF starkes Fungizid gegen Halmbruch und Blattkrankheiten in Weizen und Gerste max. 1,5 l/ha ca. 49,00
Diamant BASF Fungizid aus den bekannten Wirkstoffen F 500, Epoxiconazol und Fenpropimorph (also Opera + Opus Top) gegen Blattkrankheiten in Weizen und Gerste max. 1,75 l/ha ca. 59,00
Swing Gold BASF Fungizid gegen Abreifekrankheiten und Fusarium in Weizen und gegen Septoria in Triticale
Wird im Weizen in Tankmischung mit Caramba empfohlen
max. 1,5 l/ha ca. 41,00
Talius Du Pont Fungizid gegen Echten Mehltau in Weizen, Gerste, Roggen und Triticale,
wirkt fast ausschließlich vorbeugend u. hat eine sehr lange Dauerwirkung
max. 0,25 l/ha ca. 20,00
Vegas Spiess Urania gegen Echten Mehltau in Weizen, Gerste, Roggen, Triticale,
wirkt heilend und vorbeugend mit langer Dauerwirkung
ZULASSUNG WIRD ERWARTET
max. 0,25 l/ha ?
Medax Top BASF

neuer Wachstumsregler zur Halmfestigung in Winterweizen und Wintergerste;
Wirkprinzip ähnlich der Tankmischung CCC + Moddus
ZULASSUNG WIRD ERWARTET

max. 1,5 l/ha Med. Top + 0,5 l/ha Turbo ?
Axial Syngenta neues Herbizid gegen Weidelgräser, Ackerfuchsschwanz (ausgenommen resistenter), Flughafer und Windhalm in Gerste, Weizen, W-Roggen u. Triticale max. 0,6 l/ha Axial + 1,8 l/ha FHS ca. 51,00
Biscaya Bayer CropScience Insektizid zur Bekämpfung von Rapsglanzkäfern in Resistenzgebieten;
hat zunächst eine Zulassung nach § 11.2 - Gefahr in Verzug - u.a. in MV erhalten
0,3 l/ha ca. 15,00

 

Zur neuen Düngeverordnung

Den Gesetzestext zur neuen Düngeverordnung können Sie sich hier downloaden.

Wie Sie das alles zu verstehen und was Sie von nun an zusätzlich zu beachten haben sowie die aktuellen Nmin/Smin-Untersuchungen auf den Testflächen in MV, finden Sie dann hier (auf den Seiten der LUFA Rostock).

 

Cross Compliance

Auf den Seiten der Landesregierung steht die neue Infobroschüre zum Download bereit.

Damit Sie in dem Dschungel der Verordnungen und Gesetze auch nichts vergessen oder übersehen, gibt's zum Schluss noch eine Checkliste mit allem, was bei CC zu beachten ist.

Soweit zu den Vorbereitungen auf die neue Saison. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder? Ich wünsche uns nach diesem eisigen März einen guten Start auf den Feldern - vorausgesetzt Sie finden bei all der Bürokratie noch Zeit zum Arbeiten ;-).

 

 

Weitere Themen:

Umwelt: Die Abstandsauflagen für viele gebräuchliche Pflanzenschutzmittel

Umwelt: Klassifizierung v. Düsen für den Ackerbau im Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte"

Einsatz von Additiven, Netzmitteln und Zusatzstoffen zu Pflanzenschutzmitteln

Ergebnisse der gemeinsamen Fungizidversuche WW mit Bayer CropScience

Das Lexikon der Nützlinge im Ackerbau

Das Lexikon der Rübenkrankheiten

Das Lexikon der Rübenschädlinge

Das Lexikon der abiotischen Rübenschäden

Das Lexikon der Rapsschädlinge (Fotos werden in den nächsten Wochen vervollständigt)

Das Lexikon der Getreideschädlinge (Fotos werden in den nächsten Wochen vervollständigt)

Die Schmunzelseite! - etwas Humor - passend zur fünften Jahreszeit! Viel Vergnügen!

Lexikon der Rapskrankheiten (Fotos werden in den nächsten Wochen vervollständigt)

Lexikon der Getreidekrankheiten (Fotos werden in den nächsten Wochen vervollständigt)

Chronik des Pflanzenschutzes im ehemaligen Kreis Grevesmühlen von 1949 bis 1985 - mit zahlreichen interessanten Fotos!
Pflanzenschutz einst und jetzt - diese Entwicklung zu verfolgen ist schon eine interessante Sache!
Übrigens: noch mehr tolle Fotos der guten, alten DDR-Landtechnik finden Sie auf der Internetseite von Jan Welkerling: Hier klicken!

Ausführliche Informationen zur Winterweizenaussaat
Ausführliche Informationen zu Rübenkrankheiten und Fungizideinsatz in Zuckerrüben


Sonstiges:

Als Grundlage für Ihre Düngeplanung finden Sie im Internetangebot eine Übersicht über die Nährstoffgehalte der gebräuchlichen Mineraldünger sowie Tabellen zur Bestimmung der Nährstoffentzüge von Feldkulturen und zu den Nährstoffgehalten organischer Düngemittel.

Da zunehmend mehr Betriebe die Gülle im Getreide und im Raps einsetzen, gibt es an dieser Stelle einen aktuellen Beitrag zum effektiven Einsatz von Gülle im Ackerbau. Um zum Beitrag zu gelangen, klicken Sie bitte hier!

Da es immer wieder Diskussionen rund um Mangan und Manganmangel gibt, habe ich einen Beitrag zur Manganversorgung, -düngung, -mangel usw. im Getreide mit Ergebnissen aus Bodenuntersuchungen in Praxisbetrieben ins Netz gestellt.

Rückblick: Winterraps Herbst 2001 bis Herbst 2002 - ausführlicher Überblick über Krankheiten, Schädlinge, Schäden und andere Besonderheiten in dieser Zeit

 

 

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Zum Nachschlagen:
Produktenbörse
(für unser Gebiet HAMBURG)
Warenterminbörsen
 
Pflanzenschutzmittel
PSM-Verzeichnis
 
Winterweizen Sortenbeschreibungen
Wintergerste Sortenbeschreibungen
Winterraps Sortenbeschreibungen
Zuckerrüben Sortenbeschreibungen
 
CC-Infobroschüre
Pflanzenschutzgesetz
Düngeverordnung
 
 
 
 
 

 

 

 

Kontakt:
Astrid Oldenburg
Fliederweg 14
23936 Wotenitz
Telefon: 03881 / 712 827
Fax: 03881 / 79 176
Funk: 0177 / 7 712 827
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© Astrid Oldenburg 2000 - eMail: astro-@t-online.de - http://www.pflanzenbauberatung.de - Last update: 09. 03. 2010