25. April 2010
| Nach langer Zeit endlich wieder ein Tag mit Temperaturen um 20 °C! Und natürlich locken die warmen Sonnenstrahlen nun auch die letzten Rapsglanzkäfer aus ihren Verstecken! Heute musste man - ausgenommen in unmittelbarer Küstennähe - besonders in geschützten Lagen mit verstärktem Anflug auf die Rapsfelder rechnen. Teilweise wird der Bekämpfungsrichtwert, der inzwischen bei 6 - 8 Käfern je Pflanze liegt, in den nächsten warmen Tagen erreicht werden. Allerdings nicht flächendeckend, wie es aussieht. |
| Der Raps hatte es in diesem Jahr besonders schwer. Ab Anfang April fielen auf vielen Rapsfeldern Pflanzen mit gekräuselten Blättern auf. Teilweise stagnierten die Pflanzen im Wachstum oder bildeten auch seltsame Verwachsungen, als ob sie mit Wuchsstoffherbiziden oder Sulfonylen behandelt worden wären (siehe Fotos). Das war natürlich nicht der Fall. |
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| Einzelne Pflanzen bildeten gar keine Haupttriebe und waren dann oft auch im Herzen verfault. |
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| Oder die Pflanzen waren deformiert, bildeten verkrüppelte Triebe und verzweigten sich schon von unten an. |
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| Die Hauptursache für die Verkräuselungen der Blätter, die ja auf allen Rapsschlägen in unterschiedlichem Ausmaß zu finden waren, war das Wetter: Starke Temperaturgegensätze (Wärme von oben und Kälte von unten) im März waren der Auslöser für diese Verwachsungen der Blätter. Es kursierten auch Vermutungen wie Cylindrosporium oder Molybdänmangel, aber die bestätigten sich nur in den seltensten Fällen. Was in diesem Frühjahr eine größere Rolle spielt, ist Bor. Das unterste Foto zeigt eine Pflanze mit Bormangel (durch Pflanzenanalyse bestätigt). Seit vielen Jahren finde ich in diesem Frühjahr erstmals wieder häufiger Pflanzen mit Bormangel auf den Feldern. Darum sei noch einmal daran erinnert, dass der Raps für eine gesunde Entwicklung und einem Ertragsniveau von mindestens 40 dt/ha cirka 600 g/ha Bor benötigt - und das möglichst vor der Blüte! |
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3. April 2010
| wünsche ich allen meinen Lesern! |
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| Auf dem Acker geht es in diesem Jahr nur langsam vorwärts: Sowohl die Vegetation als auch die Feldarbeiten machen bei dem überwiegend kühlen und feuchten Wetter nur langsam Fortschritte. Immerhin haben Raps und Getreide trotz der meist schlechten Befahrbarkeit die erste N-Gabe, den Schwefel und zu einem großen Teil auch schon den Grunddünger erhalten. |
| Jetzt stehen eine Reihe von Pflanzenschutzmaßnahmen an. Wichtig ist die frühe Ungrasbekämpfung im Getreide gegen Ackerfuchsschwanz, Trespen, Weidelgräser usw.. Ebenso sind im Winterraps an den beiden warmen Tagen mit annähernd 20 ° C (25. und 26. März) die großen Rapsstängelrüßler und Kohltriebrüßler sowie auch die ersten Rapsglanzkäfer in die Winterrapsbestände eingeflogen, so dass bei den Rüßlern die Bekämpfungsrichtwerte örtlich überschritten wurden. Bekämpfungsmaßnahmen konnten witterungsbedingt noch nicht überall, wo es notwendig war, erfolgen. Während der Große Rapsstängelrüssler seinen Reifungsfaß innerhalb weniger Tage erledigt und dann schon mit der Eiablage beginnt, lässt sich der Kohltirebrüssler ca. 2 Wochen Zeit. Daher sind die Triebrüssler bei Behandlungsmaßnahmen gleich nach Ostern durchaus noch erfolgreich zu bekämpfen. Der Raps beginnt jetzt mit dem Streckungswachstum (EC 50/51) und hat inzwischen eine durchschnittliche Wuchshöhe von 10 bis 15 cm erreicht. Bei PS-Maßnahmen in der Nach-Osterwoche sollte man das Insektizid gleich mit Bor (wenn notwendig auch Bittersalz, Mangan und Molybdän) und einer kleineren Menge Triazol (Folicur, Caramba oder Carax) kombinieren. |
| Zuckerrüben konnten in der Region bisher kaum gelegt werden, ebensowenig Erbsen und Ackerbohnen. Die Böden sind einfach noch zu nass. |
| Also daher zunächst einmal ein erholsames Osterfest, und dann wird man weitersehen! |
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9. März 2010
Und los geht es wieder! Nach einem ungewohnt langen und schneereichen Winter ist der Schnee im Nordwesten Mecklenburgs zum größten Teil endlich geschmolzen, so dass mit den Düngungsmaßnahmen zur Frühjahrssaison begonnen werden kann.
Ein erster Überblick über den Zustand der Winterkulturen hinterlässt einen recht guten Eindruck. Raps, Weizen und Gerste sind gut entwickelt, grün und überwiegend vital. In früh bestellten Getreidebeständen findet man hier und da einzelne Nester mit Schneeschimmel. Aber insgesamt hält sich der Befall doch sehr in Grenzen. Deutlich stärker gelitten hat aber offensichtlich das Grünland. Hier gibt es teilweise stärkere Auswinterungen aufgrund von Schneeschimmel.
Das folgende Foto zeigt einen typischen Wintergerstenschlag in NWM am 4. März 2010: ausreichend entwickelt, nicht zu üppig und vital. Bleibt zu hoffen, dass uns der März mit kalten Nord- bzw. Ostwinden und/ oder Wechselfrösten die Ackerkulturen nicht noch negativ beeinträchtigt.
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Was steht nun an? Wichtig ist natürlich zunächst einmal eine ausreichende und zügige Versorgung der Bestände mit Stickstoff und Schwefel (!) und eine ausgewogene Versorgung mit allen anderen notwendigen Grundnährstoffen wie P, K und Mg. Auf eine optimalen pH-Wert achten! Denn der beeinflußt neben der Qualität der Bodenstruktur entscheidend die Verfügbarkeit der Nährstoffe!
Wenn der Boden im Frühjahr noch lange kalt ist und die Wurzelentwicklung beim Getreide schwach (z.B. späte Saaten, WW nach WW), ist bei einer schwachen P-Versorgung (< C) dringend eine frühe P- Gabe geboten. Denn der ohnehin knappe Phosphor kann unter diesen Umständen von den Pflanzen kaum aufgenommen werden. Das zeigt sich dann in mangelnder Bestockung und starken Entwicklungsverzögerungen (siehe Foto unten, WW - links P-Versorgungsstufe A, rechts Versorgungsstufe C): |
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