31. August 2011

- Es ist einfach zu nass auf dem Acker!
Der August ist so gut wie vorbei – ein Monat, der vor allem Rekordregenmengen und damit weiterhin große Probleme für die Landwirte in MV brachte. In Rostock fielen im Juli und August 2011 zusammen 537 mm Regen – und damit in 2 Monaten so viel wie sonst im ganzen Jahr !!! Und in Schwerin waren es im Juli und August immerhin noch soviel wie sonst im halben Jahr! – Damit sind die Äcker nach wie vor unbefahrbar. Auch wenn die Ernte in den meisten Betrieben in Westmecklenburg inzwischen mit großen Verlusten beendet werden konnte, so stehen insbesondere im Osten Mecklenburg-Vorpommerns noch einige Zehntausend Hektar Weizen und vereinzelt auch noch Raps auf den Äckern, die wegen Unbefahrbarkeit nicht beerntet werden können.
Der Raps ist zumindest im Westmecklenburger Gebiet zu etwa einem Drittel der geplanten Fläche in den Boden gebracht, wenn auch oft unter sehr grenzwertigen Bedingungen. Die Zeit für die Rapsaussaat ist in wenigen Tagen vorbei. – Immerhin macht der Wetterbericht Hoffnung auf 3 trockene Tage – die letzte Chance für den Raps! In der kommenden Woche drohen schon wieder Gewitter und Regenfälle. Dann ist es für die Rapsaussaat zu spät. Daher wird Raps aufgrund der katastrophalen Witterung 2011 im nächsten Jahr wohl nur auf der Hälfte der sonst üblichen Rapsfläche in MV stehen.
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19. August 2011
So, nun hat’s uns wieder erwischt! Nach anderthalb Druschtagen hat Xaver, dieses h….gemeine Tief, unser Gebiet heute nacht mit Regenmassen zwischen 10 und 65 mm in kurzer Zeit überschüttet! Damit ist erstmal wieder Schluss auf dem Acker und nix geht mehr – wie schon so oft in diesem Sommer! Immerhin konnte der restliche Raps und einiges an Weizen noch vom Acker gerettet werden. Beim Weizen haben die allermeisten Partien nur noch Futterqualität. Nur die Sorte Potenzial lieferte bis gestern abend noch A-Qualität. Außerdem lagen die Kornfeuchten meist zwischen 17 und 20 %, was erhebliche Trocknungskosten zur Folge hat. In den noch stehenden (oder auch liegenden) Beständen sind bereits viele Körner ausgefallen, und einige Sorten wie z.B. Boomer wachsen schon massiv auf dem Halm aus. Die Ernteverluste steigen von Tag zu Tag. – Aber nächste Woche soll’s ja besser werden. – Hoffentlich stimmt das auch mal!

- frisch bestellter Rapsacker nach 40 mm Regen

- …vor 2 Tagen sah es noch deutlich besser aus…
Da man zur Zeit knapp zu Fuß über den Acker kommt, können wir natürlich auch sämtliche Bestellarbeiten zum Raps erstmal vergessen. Auch die wenigen bestellten Schläge haben stark gelitten. Sie sind total verschlämmt, und in den Senken steht das Wasser. – Aber ein paar Tage bleibt noch Zeit, um einiges an Raps in den Boden zu kriegen. Vielleicht haben sich die Unwetter jetzt ja ausgetobt und es beginnen ruhigere Zeiten.

- Ernte 2011- Warten auf trockenere Zeiten
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18. August 2011

- Die Weizenernte geht weiter, wenn auch mit überhöhten Feuchten.
Mit sehr viel Glück werden wir heute den dritten trockenen Tag hintereinander erleben, bevor abends und nachts wieder Regen heranzieht! Seit gestern kann wieder gedroschen werden, so dass die letzten Reste Raps vom Acker kommen und es auch beim Weizen einen kräftigen Schritt vorwärts geht. Die Kornfeuchten beim Weizen liegen meist immer noch über 16 %, aber was hilft es – besser wird es nicht mehr. Einige Sorten beginnen bereits auf dem Halm auszuwachsen, und bei der Mehrzahl der Proben sind die Fallzahlen im Eimer, also nur noch Futterweizen. Eine der wenigen Sorten, die auch unter diesen widrigen Witterungsbedingungen ihre Qualität bis jetzt erhalten konnten, ist der Potenzial.
Die Befahrbarkeit der Böden ist allerdings grenzwertig. Bisher ist es deshalb auch nur einigen wenigen Landwirten gelungen, ein paar Hektar Raps in den Boden zu bringen. Die große Masse hofft auf besseres Wetter in der kommenden Woche. Wenn Petrus dann wieder nicht mitspielt, wird die Rapsblüte in MV im nächsten Jahr wahrscheinlich eher spärlich ausfallen – ganz einfach, weil statt Raps dann Getreide gesät werden muss.
Mehr Fotos zur Weizenernte und Rapsaussaat 2011 finden Sie hier!
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16. August 2011

- Einfach zuviel Regen! – Nix geht mehr bei der Weizenernte!
So, nach 140 mm im Juli haben wir nun auch im August die 100 mm-Marke an Regen überschritten. Der Sonntag vor 2 Tagen brachte allein zwischen 20 und 30 mm, und gestern gab’s dann nochmal 5 mm oben drauf. – Damit ist’s auf dem Acker so nass, dass man weder dreschen noch den Boden für die Rapsaussaat bearbeiten kann. Ca. 80 % des Weizens und vereinzelt etwas Raps stehen hier in der Region noch auf den Feldern. Der Weizen hatte gestern wieder Kornfeuchten über 30 %, also absolut nicht dreschbar. Und der Regen gestern Abend hat die Lage nicht verbessert. Bei ersten Proben sind auch die Fallzahlen bereits in den Keller gesackt. Das ist kein gutes Zeichen für den Weizen, der noch auf dem Acker steht! Denn die Preise für Futterweizen befinden sich im Sinkflug.
Im letzten Herbst haben wir noch geglaubt, dass es schwieriger nicht mehr werden kann. Aber dieses Jahr und diese Ernte zeigen uns mal wieder: Schlimmer geht immer!
Bleibt die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Regenzeit, damit nächste Woche endlich der Weizen vom Acker kommt und mit der Rapsaussaat begonnen werden kann.
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9. August 2011
Ich hab’s gerade gesehen – die Ergebnisse der Landessortenversuche WG sind da!
Eine Übersicht für Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier:
Ergebnisse LSV Wintergerste SH und MV

- Reife Wintergerste
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9. August 2011

- Die Rapsernte 2011 beginnt.
Die erste Augustwoche ist um, und inzwischen konnten die Wintergerste und der größte Teil des Rapses unter vielen Mühen von den Feldern geborgen werden. Nach einem verregneten Juli mit mehr als 140 mm Niederschlag (im Raum Rostock sogar mit noch nie da gewesenen 350 mm Regen im Juli!!! – das ist mehr als die halbe Jahresmenge!!!) erwartet uns jetzt ein ebenso unbeständiger August. In dieser Woche geht auf den Feldern erstmal gar nichts. Im Osten Mecklenburgs sind sie nach diesen heftigen Niederschlägen noch nicht einmal befahrbar.
Die Wintergerstenerträge lagen in unserer Region 30-40 % unter dem Schnitt der Vorjahre. Beim Raps dürften es ca. 20-40 % weniger als in den Vorjahren sein. Weizen konnte erst wenig gedroschen werden. Die ersten Ergebnisse zeigten jedoch einen schwächeren Ertragsabfall als bei Gerste und Raps. Aber da durch die Trockenheit im Frühjahr und Vorsommer viele Bestände sehr ausgedünnt waren, lagen die Erträge auch hier ca. zehn dt unter den Vorjahresergebnissen, also bei ca. 75 bis knapp über 80 dt/ha. Früh gedrillte Weizenschläge mit normaler Bestandesdichte brachten dagegen über 90 dt/ha. Qualitäten und Hektolitergewichte waren bisher noch in Ordnung. Allerdings war die Fallzahl bei Sorten wie Akteur oder JB Asano bereits an der Untergrenze. Nach den Niederschlägen dieser Woche wird es wohl etliche Partien geben, die dann nur noch Futterqualität aufweisen. Allerdings waren einige Sorten wie Potenzial oder Ritmo auch noch gar nicht reif. Da mit Potenzial, Dekan oder Discus in großem Umfang auch sehr fallzahlstabile Sorten im Anbau stehen, hoffen wir nach erneutem Druschbeginn in der kommenden Woche zumindest bei diesen Sorten weiterhin auf gute Qualitäten.
Durch den Börsencrash befinden sich leider auch die Preise für Agrarrohstoffe im Sinkflug. Das erschwert die ohnehin schon sehr schwierige Situation in der Landwirtschaft noch mehr. Ob sich die Situation in den nächsten Wochen bessert, bleibt fraglich.
Gibt es auch was positives zu berichten? – Ja, natürlich. Rüben und Mais wachsen in diesem Jahr im Gegensatz zu Raps und Getreide ganz hervorragend – immerhin etwas!
Insgesamt gesehen war das Anbaujahr 2010/2011 jedoch eine Aneinanderreihung von ungünstigen Wachstums- und Witterungsbedingungen für die Landwirtschaft- von der Aussaat bis zur Ernte! – mit sehr negativen Auswirkungen für unsere Hauptkulturen. Und selbst die Kartoffeln leiden aufgrund des nassen Sommers verstärkt unter Nassfäule. In früheren Zeiten hätte so ein Jahr wie dieses eine Hungerkatastrophe für die Bevölkerung bedeutet! Daher ist es schon bemerkenswert, dass heute weniger als 2 % der Bevölkerung in Deutschland es selbst in so einem extremen Jahr noch schaffen, die restlichen 98 % mit zu ernähren.
Mehr Fotos zur Ernte 2011 finden Sie hier!
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