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Mikronährstoffe im Getreide und mehr - Erfahrungen
aus der Praxis
Bei dem gegenwärtig erreichten hohen Ertragsniveau
im Getreide gewinnt eine ausreichende und ausgeglichene
Versorgung der Pflanzen mit allen essentiellen Nährstoffen
zunehmend an Bedeutung. Einmal, um Kosten zu sparen, und
zum zweiten, um das vorhandene Ertragspotential so weit
wie möglich auszuschöpfen und die Umwelt nicht
mit überschüssigen Nährstoffen zu belasten.
Damit die oft wenig beachteten Mikronährstoffe, die
wie der Name schon sagt, nur in geringen Mengen benötigt
werden, nicht früher oder später zum ertragsbegrenzenden
Faktor werden, habe ich in diesem Beitrag Untersuchungsergebnisse
und Praxiserfahrungen zur Mikronährstoffversorgung
in den Beratungsbetrieben analysiert und aufgearbeitet,
um daraus die Konsequenzen für das weitere Vorgehen
zu ziehen.
Leider gibt es wenig neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet.
Die Mikronährstoffforschung ist für den Markt
nicht lukrativ und eine Versuchsdurchführung ist oft
sehr schwierig. Um dennoch aufschlussreiche Ergebnisse zu
erhalten, gehen wir wie folgt vor:
Durchführung und Ergebnisse der Nährstoffuntersuchungen
- Seit 1995 werden jährlich (mit Ausnahme d. J. 2000)
in ca. 10 Beratungbetrieben ca. 20 Pflanzenanalysen bei
Winterweizen und Wintergerste im Entwicklungsstadium ES
31 bis 37 gezogen und auf den Gehalt an wichtigen Nährstoffen
untersucht (N, P, K, Mg, Mn, Cu, Zn).
- Zusätzlich verschaffen sich die Betriebe bei der
turnusmäßigen Nährstoffuntersuchung der
Böden einen Überblick über die Mikronährstoffsituation,
indem ein Teil der Proben auch auf Cu, Zn und B untersucht
wird.
Ergebnisse der Pflanzenanalysen 2001:
Untersucht wurden 20 Schäge in 10 Betrieben, davon
14 Winterweizen- und 6 Wintergerstenproben auf N,P,K,Mg,Mn,
Cu und Zink im Entwicklungsstadium ES 31 bis 37. Eine ausreichende
und rechtzeitige Versorgung mit Schwefel ist inzwischen
selbstverständlich. Dazu braucht es keine gesonderte
Untersuchung mehr.
Tabelle 1: Nährstoffversorgung der untersuchten
Schläge
| Nährstoff |
Anzahl Proben ausreichend versorgt |
Anzahl Proben mit Mangel |
| N |
20 |
0 |
| P |
20 |
0 |
| K |
17 |
3 |
| Magnesium |
17 |
3 |
| Mangan |
20 |
0 |
| Kupfer |
5 |
15!!!! |
| Zink |
15 |
5 |
Auf 3 Schlägen waren jeweils 2 Nährstoffe im
Mangelbereich sowie jeweils einmal 3 und einmal 4 Nährstoffe.
Dei beiden Schläge mit 3 und 4 Mängeln waren Winterweizen
nach Winterweizen in einer Fruchtfolge (?) mit mindestens
80% Getreideanteil.
Augenscheinlich sichtbar war die Mangelsituation allerdings
nur auf dem Weizenschlag mit 4 Mängeln.
Kalimangel trat in der Regel nur kurzfristig auf, bis der
Kalidünger zur Wirkung kam.
Die Magnesium- und Zinkversorgung befindet sich bei der
Mehrzahl der Schläge an der Untergrenze des Normalbereiches.
Auswertung
Wichtig ist, dass die Pflanze in jeder Phase ihrer Entwicklung
mit allen notwendigen Nährstoffen ausreichend versorgt
ist, damit es nicht zu Mindererträgen kommt. Dass es
hier insbesondere bei Kupfer starken Handlungsbedarf gibt,
ist aus der obenstehenden Tabelle unschwer abzuleiten.
Trotz der zum großen Teil sehr schwachen Kupferversorgung
waren die Getreideerträge im Jahre 2001 dennoch hoch
bis sehr hoch. In einigen Fällen wurden auch auf Kupfermangelschlägen
die 100 dt/ha erreicht und überschritten. Wie ist das
zu erklären?
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