Pflanzenbau Regional für Nordwestmecklenburg
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Bedeutung von Kupfer für das Getreide
Bedeutung von Zink für das Getreide
Bedeutung von Magnesium für die Feldkulturen (auch wenn Mg ein Makronährstoff ist)

Mangan im Getreide

Bei einem theoretischen Ertragsniveau von 70 dt/ha bei Wintergerste oder Winterweizen spielen Mikronährstoffe als ertragsbegrenzende Faktoren wohl kaum eine Rolle (wenn es sich nicht wie z.B.beim Kupfer um leichte oder Niedermoor-Standorte handelt!). In diesem Falle dürfte der geringe Bedarf auch langfristig in ausreichender Menge aus dem Bodenpool und der organischen Substanz, die auf dem Acker verbleibt, verfügbar sein.

Steigt das Ertragsniveau aber auf 90 dt/ha oder höher an, sieht die Sache anders aus. Der Bedarf an Mikronährstoffen wächst und kann oft aus Boden und organischer Substanz nicht mehr in vollem Maße nachgeliefert werden. Die wenigsten Mineraldünger enthalten Kupfer oder Zink. ( Gülle oder Stalldung sind für die Versorgung mit Mikronährstoffen natürlich günstig).
So entsteht mit der Zeit ein Defizit an diesen Spurenelementen. Werden auch weiterhin nicht genügend Nährstoffe zugeführt, vergrößert sich dieses Defizit und wird allmählich ertragswirksam. Zunächst bemerkt man es kaum, da man in der Regel keinen unmittelbaren Vergleich hat. Doch irgendwann ist das absolute Minimum unterschritten, und der Ertragsabfall wird deutlich. - In Stresssituationen kann sich der Mangel auch früher und stärker negativ auf den Ertrag auswirken.

Die Ergebnisse der Pflanzenanalysen seit 1995 zeigen zunächst einen Anstieg der Kupfergehalte aufgrund regelmäßiger Kupferdüngung bis vor drei Jahren. Weil mit dem Questuran oft Probleme bei der Ausbringung verbunden waren (z.B. verstopfte Düsen), wurde schließlich vorzugsweise zu anwenderfreundlicheren Alternativen, wie beispielsweise Nutrimix gegriffen, oder Kupfer z.T. auch völlig weggelassen. Da Nutrimix aufgrund der geringen Cu- und Zn-Gehalte höchstens Stresssituationen überbrücken hilft, aber nicht imstande ist, vorhandene Mängel auszugleichen, entwickelte sich die Kupferversorgung auf vielen Schlägen wieder rückläufig, wie die Ergebnisse 2001 zeigen.

Jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, an dem hier und da wahrscheinlich die ersten geringen Ertragsminderungen aufgrund von Mikronährstoffmangel auftreten. Deshalb ist es notwendig, konsequent gegenzusteuern, um größere Schäden zu vermeiden.

Natürlich wurde im letzten Frühjahr auf einer ganzen Reihe von Schlägen noch Kupfer eingesetzt (zusätzlich zu Nutrimix, bzw. an Stelle dessen), wo es für eine ausreichende Wirksamkeit noch nicht zu spät war. Denn Kupfer wird nur langsam in der Pflanze aus dem Wurzelbereich in die Blätter transportiert und sollte daher möglichst vor Schossbeginn angewendet werden.

Im Herbst 2001 wurde wieder in größerem Umfang sowohl mit Kupfer als auch mit Zinkuran in der Tankmischung mit Herbiziden gearbeitet. Da Zinkuran bisher in der Praxis noch wenig verbreitet ist, war es beim Landhandel allerdings nicht immer verfügbar. Ich hoffe, das wird sich in diesem Herbst ändern.

Ein weiterer Faktor für das geringe ertragliche Wirksamwerden der festgestellten Mängel in der Praxis war das Wetter. Durch die anhaltende Feuchtigkeit von Vegetationsbeginn bis zur Ernte war z.B. das gesamte im Boden enthaltene Kupfer in allen wichtigen Entwicklungsphasen für die Pflanze verfügbar. Unter Trockenstress hätte es sicher anders ausgesehen. Damit haben sich die Bodenvorräte nach der Ernte aber weiter verringert, und auch das Wetter wird dieses Jahr sicher ein anderes werden. Auf jeden Fall ist Vorbeugen immer besser als Schaden zu erleiden.

 

 
 
 

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Astrid Oldenburg
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© Astrid Oldenburg 2000 - eMail: astro-@t-online.de - http://www.pflanzenbauberatung.de - Last update: 19. 02. 2002