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Kleine Kohlfliege

Von Kohlfliegenmaden geschädigte Rapswurzeln Larven (Maden) der Kohlfliege fressen an der Wurzel einer Rapspflanze.

 

Erreger, Wirtspflanzen:
Fliege: 5-6 mm lang, roter Fleck auf silbrigweißer Stirn. Das Männchen ist schwarzgrau, das Weibchen braungrau.
Larve (=Made): 7-8 cm lang, gelblich- weiß, kopf- und fußlos.
Puppe: 4-7 mm lang, braun, tönnchnförmig.

Die Kleine Kohlfliege lebt außer an Raps vor allem an Kulturkruzifern wie Kohl, Broccoli, Kohl- und Stoppelrüben sowie an zahlreichen Wildkruziferen wie Ackersenf, Hederich und Ackerhellerkraut.

Schadbild, Verwechslungsmöglichkeiten:
Wurzelhals und Wurzel von jungen wie alten Rapspflanzen weisen braune Verfärbungen und Faulstellen auf; Seitenwurzeln sind teilweise abgestorben und lassen sich beim Herausziehen der Pflanze kaum noch feststellen. Im äußeren Wurzelbereich als auch im Inneren des Wurzelhalses findet man Fraßgänge und abgestorbenes Gewebe, in denen die Maden der Kleinen Kohlfliege fressen. Auch sind sie in den Gängen der Larven des Rapserdflohs (P. chrysocephala) und verschiedener Rüsslerarten (Ceutorhynchus spp.) anzutreffen und verstärken den Schaden, der durch die zuerst anwesenden Larven hervorgerufen wird. Stark befallene Rapspflanzen bleiben im Wachstum zurück und können absterben.

Biologie:
Die Kleine Kohlfliege verlässt im April/Mai den Boden, wo sie als Tönnchenpuppe überwintert hat. Etwa eine Woche danach legt das Weibchen seine 1 mm langen weißen Eier - um 100 Stück - in kleinen Gelegen an den Wurzelhals der Wirtspflanzen oder in benachbarte kleine Bodenrisse ab. 4 bis 8 Tage nach der Eiablage schlüpfen die Maden, die zunächst an Seitenwurzeln und später an Hauptwurzeln und Wurzelhals der Wirtspflanze fressen. Nach 3 bis 4 Wochen verpuppen sich die Maden normalerweise im Boden, seltener in den Befallstellen. Eine zweite Generation erscheint im Juli/August und eine dritte im September/Oktober, die dann schon den gerade gesäten Raps oder Ausfallraps besiedeln kann. Die Lebensdauer der Kleinen Kohlfliege beträgt 8 bis 15 Tage.

Wirtschaftliche Bedeutung:
Raps wird hauptsächlich durch die erste Generation der Kleinen Kohlfliege vor allem bei Trockenheit im Mai/Juni gefährdet. Bei starkem Herbstbefall, bei dem mehr als die Hälfte der Wurzeloberfläche der Pflanzen vernichtet wird, sind Pflanzenausfälle zu beobachten.

Schadenschwelle
Nicht bekannt

(Quelle: Text: Syngenta; Fotos: A. Oldenburg)

 

Schäden durch die Kleine Kohlfliege im Raps im Herbst 2003

 
Larven der Kohlfliege, die in diesem Jahr sehr zeitig und sehr massiv auftrat, fressen an den Wurzeln der Rapspflanzen.
Seit ca. Mitte der vorletzten Woche schlüpfen die Maden der Kohlfliege und schädigen nun die Wurzeln der Rapspflanzen zum Teil sehr stark.
Befallen sind alle Rapsschläge, wenn auch in sehr unterschiedlicher Stärke. Besonders gefährdet sind dünne Bestände und schwach entwickelte Pflanzen. Hier kann es zu großen Pflanzenausfällen kommen.
Mit den Fraßschäden werden außerdem Eintrittspforten für pilzliche Schaderreger wie Phoma, Verticillium oder auch Sclerotinia in die Wurzeln geschaffen, die dort nicht bekämpfbar sind.
Schließlich verringert ein schwaches und geschädigtes Wurzelwerk auch die Winterfestigkeit der Rapspflanzen.
Die Bekämpfung der Kohlfliegenlarven ist problematisch, da sie an der Wurzel schwer erreichbar sind.
Am 29. 09. 03 wurde eine befristete Zulassung zur Bekämpfung der kleinen Kohlfliege im Raps erteilt: Spritzung von 1 l/ha Perfekthion mit mehr als 500l/ha Wasser.
Jedoch erreicht man damit allenfalls einen Teilerfolg. Um den geschwächten Raps in seiner Entwicklung zu fördern, sollte man vor allem auch eine gute Nährstoffversorgung (N,P,K,B,Mg,S) und eine effektive Bekämpfung anderer Schaderreger gewährleisten.
Mehr zur Problematik der Kohlfliege im Raps finden Sie HIER!

 

 
 
 

Kontakt:
Astrid Oldenburg
Fliederweg 14
23936 Wotenitz
Telefon: 03881 / 712 827
Fax: 03881 / 79 176
Funk: 0177 / 7 712 827
Mail: astro-@t-online.de

© Astrid Oldenburg 2000 - eMail: astro-@t-online.de - http://www.pflanzenbauberatung.de - Last update: 29. 09. 2003