Mangan im Getreide
1. Bedeutung des Mangans für die Pflanze
Getreide (und hier insbesondere Hafer, Gerste
und Weizen) ist gegenüber Manganmangel empfindlicher
als die meisten anderen Feldkulturen. In abnehmender Reihenfolge
schließen sich an: Zuckerrüben und Mais, Winterraps,
Kartoffeln.
 |
Manganmangel bei Hafer |
Mangan ist an zahlreichen Enzymreaktionen
aktiv beteiligt (Katalysator) und beeinflusst damit z.B.:
- den Atmungszyklus der Pflanzen
- die Bildung von Chloroplasten
- damit die Chlorophyllsynthese
- und die Photosynthese
- den Kohlehydrat-Stoffwechsel
- die Bildung von Aminosäuren
- den Wasserhaushalt der Pflanzen
- das Wachstum der Pflanzen.
2. Manganmangel
Das Auftreten von Manganmangel wird
- 1. vom Bodengehalt an Mn 2+ und
- 2. entscheidend vom pH-Wert beeinflusst.
- 3. sind weiterhin von Bedeutung:
- Bodenstruktur (Durchlüftung)
- Gehalt an organischer Substanz
- Wasserhaushalt des Bodens
Am geringsten ist die Mangan-Verfügbarkeit
bei pH-Werten zwischen 6,5 - 7,5 (wegen der in diesem
Bereich hohen Bakterientätigkeit und der damit verbundenen
intensiven Mangan-Aufoxydation zu schwer verfügbaren
Mn-IV-Oxyden).
Manganmangel-Symptome:
Hafer reagiert am ausgeprägtesten auf Manganmangel:
- nach der Bestockung im Mai z.Z. des höchsten Mn-Bedarfs
an mittleren bis älteren Blättern helle graue
bis schmutzig graubraune Flecken, die z.T. zusammenfließen
- Flecken häufig mit rötlich-braunem Rand ("Dörrfleckenkrankheit")
- Ausprägung der Symptome variiert bei den einzelnen
Hafersorten sehr stark
- charakteristisch ist das Auftreten einer "geschwächten"
Zone quer über das Blatt, die dazu führt, dass
der obere Teil des Blattes abknickt und schlaff herunterhängt.
Bei Weizen sind die Symptome wie bei Hafer,
jedoch schwächer ausgeprägt.
Mn-Mangelsymptome bei Gerste:
- Blätter erscheinen insgesamt mehr blass- bis gelbgrün
- auf den mittleren und jüngeren Blättern entstehen
in den Interkostalstreifen zwischen den Adern graugrüne
bis schmutzig-gelbe Streifen, in denen sich braune,
nekrotische Tüpfel bilden, die dann am Rand streifenartig
zusammenfließen und in der Blattspreite perlschnurartige,
teils in sich zusammenfließende Reihen bilden
- Blattspreite knickt an stark geschwächten Stellen
ein und vertrocknet
- Symptome sind vor dem Schossen am deutlichsten
- leicht mit Pilzkrankheit Rhynchosporium zu verwechseln!
3. Manganüberschuss
Manganüberschuss-Symptome treten in der
Praxis insbesondere an Gerste bei niedrigem pH-Wert
und staunassen Böden auf.
Eine unzureichende Kalkversorgung der Böden
ist daher häufig die Ursache für Mangan-Toxizität.
Allerdings spielen bei niedrigen pH-Werten oft noch andere
für die Pflanze schlecht verträgliche Elemente,
wie z.B. Aluminium eine Rolle.
Manganüberschuss führt zur Störung
der Chlorophyllsynthese.
Wintergerste reagiert auf Mangan-Überschuss
mit Blattspreitenvergilbungen und der Ausbildung
von kleinen, sommersprossenartigen, dunkelbraunen Flecken
auf den älteren Blättern.
Die Punkt- und Strichnekrosen beginnen an den Blattspitzen
und breiten sich entlang der Blattränder über
das ganze Blatt einschließlich der Blattscheide aus.
4. Praktische Erfahrungen im Beratungsgebiet
In den Beratungsbetrieben werden bereits seit
1995 regelmäßig stichprobenartig Pflanzenanalysen
in Winterweizen und Wintergerste durchgeführt und im
Rahmen der Bodenproben auch Mikronährstoffe wie Kupfer,
Zink und Mangan mit erfasst.
Aufgrund dessen lassen sich in Bezug auf die Manganversorgung
durchaus fundierte Aussagen treffen.
So erfolgte im Herbst 2002 eine gezielte Bodenprobenuntersuchung
von 11 Schlägen in verschiedenen Betrieben auf diverse
Mikronährstoffe. Die Ergebnisse der Manganversorgung
spiegeln ganz deutlich die langjährige Tendenz wider:
| Schlag |
Mangangehalt
mg Mn/kg TS
(EDTA-Methode) |
Bodenart |
Versorgungsstufe
(nach Lufa Rostock) |
| Schlag 1 (WG) |
126 |
stark lehm. S |
E |
| Schlag 2 (WW) |
107 |
stark lehm. S |
E |
| Schlag 3 (WW) |
116 |
stark lehm. S |
E |
| Schlag 4 (WW) |
112 |
Lehm |
E |
| Schlag 5 (WW) |
168 |
stark lehm. S |
E |
| Schlag 6 (WW) |
151 |
stark lehm. S |
E |
| Schlag 7 (WW) |
142 |
stark lehm. S |
E |
| Schlag 8 (WG) |
39 |
schwach lehm. Sand |
A (pH > 5,8) |
| Schlag 9 (WG) |
51 |
schwach lehm. Sand |
C |
| Schlag 10 (WG) |
41 |
schwach lehm. Sand |
C |
| Schlag 11 (WG) |
42 |
Sand |
C |
Die Tabelle zeigt, dass eine Mangandüngung
auf den schweren Böden nur im Ausnahmefall sinnvoll
ist. Auch die Bodenproben der Vorjahre ergaben auf diesen
Standorten bis auf wenige Ausnahmen die Versorgungsstufe
E.
Dagegen liegen die Manganwerte auf den leichteren Böden
ausnahmslos deutlich niedriger. Eine Mn-Blattdüngung
im Herbst oder im Frühjahr zu Schossbeginn kann hier
einem Mangel vorbeugen.
5. Mangan-Blattdünger (Auswahl)
| Dünger |
Mn-Gehalt |
ca. Preis |
| Mangansulfat |
310 g Mangan / kg |
ca. 0,80 € / kg |
| Lebosol-Mangan 500 |
500 g/l Mangan |
ca. 8,00 € / l |
| Lebosol-Mangannitrat 235 |
235 g/l Mangan |
ca. 4,00 € / l |
| Profi Mangan Chelat 80 |
80 g Mangan / l |
ca. 4,- € / l |
| Mangan Mn 13 Gran. |
124 g Mangan / kg |
ca. 6,50 € / kg |
Hydroplus TM micro Mangan
F
|
500 g Mangan / l |
ca. 8,- € / l |
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