Pflanzenbau Regional für Nordwestmecklenburg
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1. Bedeutung des Mangans für die Pflanze
2. Manganmangel
3. Manganüberschuss
4. Erfahrungen im Beratungsgebiet
5. Mangandünger

 

Mangan im Getreide

1. Bedeutung des Mangans für die Pflanze

Getreide (und hier insbesondere Hafer, Gerste und Weizen) ist gegenüber Manganmangel empfindlicher als die meisten anderen Feldkulturen. In abnehmender Reihenfolge schließen sich an: Zuckerrüben und Mais, Winterraps, Kartoffeln.

Manganmangel bei Hafer

Mangan ist an zahlreichen Enzymreaktionen aktiv beteiligt (Katalysator) und beeinflusst damit z.B.:

  • den Atmungszyklus der Pflanzen
  • die Bildung von Chloroplasten
  • damit die Chlorophyllsynthese
  • und die Photosynthese
  • den Kohlehydrat-Stoffwechsel
  • die Bildung von Aminosäuren
  • den Wasserhaushalt der Pflanzen
  • das Wachstum der Pflanzen.

2. Manganmangel

Das Auftreten von Manganmangel wird

  • 1. vom Bodengehalt an Mn 2+ und
  • 2. entscheidend vom pH-Wert beeinflusst.
  • 3. sind weiterhin von Bedeutung:
    - Bodenstruktur (Durchlüftung)
    - Gehalt an organischer Substanz
    - Wasserhaushalt des Bodens

Am geringsten ist die Mangan-Verfügbarkeit bei pH-Werten zwischen 6,5 - 7,5 (wegen der in diesem Bereich hohen Bakterientätigkeit und der damit verbundenen intensiven Mangan-Aufoxydation zu schwer verfügbaren Mn-IV-Oxyden).

Manganmangel-Symptome:

Hafer reagiert am ausgeprägtesten auf Manganmangel:
- nach der Bestockung im Mai z.Z. des höchsten Mn-Bedarfs an mittleren bis älteren Blättern helle graue bis schmutzig graubraune Flecken, die z.T. zusammenfließen
- Flecken häufig mit rötlich-braunem Rand ("Dörrfleckenkrankheit")
-
Ausprägung der Symptome variiert bei den einzelnen Hafersorten sehr stark
- charakteristisch ist das Auftreten einer "geschwächten" Zone quer über das Blatt, die dazu führt, dass der obere Teil des Blattes abknickt und schlaff herunterhängt.

Bei Weizen sind die Symptome wie bei Hafer, jedoch schwächer ausgeprägt.

Mn-Mangelsymptome bei Gerste:
- Blätter erscheinen insgesamt mehr blass- bis gelbgrün
- auf den mittleren und jüngeren Blättern entstehen in den Interkostalstreifen zwischen den Adern graugrüne bis schmutzig-gelbe Streifen, in denen sich braune, nekrotische Tüpfel bilden, die dann am Rand streifenartig zusammenfließen und in der Blattspreite perlschnurartige, teils in sich zusammenfließende Reihen bilden
- Blattspreite knickt an stark geschwächten Stellen ein und vertrocknet
- Symptome sind vor dem Schossen am deutlichsten
- leicht mit Pilzkrankheit Rhynchosporium zu verwechseln!

3. Manganüberschuss

Manganüberschuss-Symptome treten in der Praxis insbesondere an Gerste bei niedrigem pH-Wert und staunassen Böden auf.
Eine unzureichende Kalkversorgung der Böden ist daher häufig die Ursache für Mangan-Toxizität. Allerdings spielen bei niedrigen pH-Werten oft noch andere für die Pflanze schlecht verträgliche Elemente, wie z.B. Aluminium eine Rolle.

Manganüberschuss führt zur Störung der Chlorophyllsynthese.

Wintergerste reagiert auf Mangan-Überschuss mit Blattspreitenvergilbungen und der Ausbildung von kleinen, sommersprossenartigen, dunkelbraunen Flecken auf den älteren Blättern.
Die Punkt- und Strichnekrosen beginnen an den Blattspitzen und breiten sich entlang der Blattränder über das ganze Blatt einschließlich der Blattscheide aus.


4. Praktische Erfahrungen im Beratungsgebiet

In den Beratungsbetrieben werden bereits seit 1995 regelmäßig stichprobenartig Pflanzenanalysen in Winterweizen und Wintergerste durchgeführt und im Rahmen der Bodenproben auch Mikronährstoffe wie Kupfer, Zink und Mangan mit erfasst.
Aufgrund dessen lassen sich in Bezug auf die Manganversorgung durchaus fundierte Aussagen treffen.

So erfolgte im Herbst 2002 eine gezielte Bodenprobenuntersuchung von 11 Schlägen in verschiedenen Betrieben auf diverse Mikronährstoffe. Die Ergebnisse der Manganversorgung spiegeln ganz deutlich die langjährige Tendenz wider:

Schlag Mangangehalt
mg Mn/kg TS
(EDTA-Methode)
Bodenart Versorgungsstufe
(nach Lufa Rostock)
Schlag 1 (WG) 126 stark lehm. S E
Schlag 2 (WW) 107 stark lehm. S E
Schlag 3 (WW) 116 stark lehm. S E
Schlag 4 (WW) 112 Lehm E
Schlag 5 (WW) 168 stark lehm. S E
Schlag 6 (WW) 151 stark lehm. S E
Schlag 7 (WW) 142 stark lehm. S E
Schlag 8 (WG) 39 schwach lehm. Sand A (pH > 5,8)
Schlag 9 (WG) 51 schwach lehm. Sand C
Schlag 10 (WG) 41 schwach lehm. Sand C
Schlag 11 (WG) 42 Sand C

Die Tabelle zeigt, dass eine Mangandüngung auf den schweren Böden nur im Ausnahmefall sinnvoll ist. Auch die Bodenproben der Vorjahre ergaben auf diesen Standorten bis auf wenige Ausnahmen die Versorgungsstufe E.
Dagegen liegen die Manganwerte auf den leichteren Böden ausnahmslos deutlich niedriger. Eine Mn-Blattdüngung im Herbst oder im Frühjahr zu Schossbeginn kann hier einem Mangel vorbeugen.

 

5. Mangan-Blattdünger (Auswahl)

Dünger Mn-Gehalt ca. Preis
Mangansulfat 310 g Mangan / kg ca. 0,80 € / kg
Lebosol-Mangan 500 500 g/l Mangan ca. 8,00 € / l
Lebosol-Mangannitrat 235 235 g/l Mangan ca. 4,00 € / l
Profi Mangan Chelat 80 80 g Mangan / l ca. 4,- € / l
Mangan Mn 13 Gran. 124 g Mangan / kg ca. 6,50 € / kg
Hydroplus TM micro Mangan F
500 g Mangan / l ca. 8,- € / l

 

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Astrid Oldenburg
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© Astrid Oldenburg 2000 - eMail: astro-@t-online.de - http://www.pflanzenbauberatung.de - Last update: 14. 12. 2004